Schatzfund auf der Gaugasse
Auf der Gaugass ist ein Haus mit einem Gärtchen. In dem Gärtchen sah man manchmal bei Nacht eine weiß gekleidete Figur wandeln, auf einem Platz verschwinden. Das bemerkte ein armer Wingertsmann, der im Hof in einem kleinen Quartier wohnte und oft nicht das Brot über Nacht zu Hause hatte. Er bat sich vom Hauseigentümer, der in der Stadt wohnte,

Der Kreuzgang im Dom zu Mainz mit Frauenlobs Denkmal. Gezeichnet von König, in Stahl gestochen von H. Hügel. Aus: Adelheid von Stolterfoth, Der malerische Rheingau. Mainz 1844
die Erlaubnis aus, den Garten für eine Belohnung so zu bebauen, die alten Weinstöcke an der Mauer mit jungen zu wechseln, was ihm bewilligt wurde. Dieser Mann wurde in kurzer Zeit so reich, daß er dieses Haus kaufte und noch zwei andere dazu, so daß aus einem Wingertsmann ein Weinhändler wurde. Seine Frau genoß ihr Glück nicht lang, sie starb bald; der Mann wurde so alt, daß er blind und taub wurde.