Die Eselsgulden von St. Alban zu Mainz

 

Der Probst Pfinzig ärgerte sich, daß das Domkapitel Martinsgulden münzen durfte, während doch St. Alban ein ähnliches Recht nicht besaß. Er ging darum zum Kaiser und bat um die Erlaubnis, daß sein Stift gleichfalls münzen dürfe. Der Kaiser, ungehalten über dies Verlangen, sagte barsch: »Münzen wollt Ihr? Einen Esel sollt Ihr münzen!« Der schlaue Probst empfahl sich mit Knicksen, faßte aber die abweisende Rede wörtlich auf und schickte dem Kaiser nach einiger Zeit den ersten St. Albansgulden, worauf der Esel geprägt war, mit der Bitte, der Kaiser möge nun auch al-lergnädigst die Urkunde über das dem Stift bewilligte Recht in der Staatskanzlei ausfertigen lassen. Maximilian lachte herzlich und willfahrte dem Gesuch. So durfte das Stift Goldmünzen schlagen, auf denen vorne der Heilige Alban, hinten aber ein Esel abgebildet war, der einen Vorder- und einen Hinterfuß aufhebt.

 

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