Erscheinungen im alten Stadtgericht
Das alte Stadtgericht war sehr verrufen, ein altes, winkliges Gebäude, wo man sich bei Tag davor schauderte. Die Assessoren waren beim gemeinen Mann nicht beliebt; schon ihr Ansehen, mit ihren roten Mänteln, großen Perücken, drohenden Gesichtern, war abschreckend. Viele starben eines sonderbaren Todes. Der eine ging aus dem Zimmer, stolperte, fiel, brach sich den Hals. Der andere ging an das Fenster, weil es ihm nicht wohl wurde, als man nach ihm sah, war er schwarzblau, tot. Ein weiterer wollte noch etwas arbeiten, blieb allein im Zimmer, als man nach ihm sah, war ihm der Hals herumgedreht, das Gesicht auf dem Rücken. Bei hellem Tag sah man sie am Fenster stehen, trutzig, drohend. Nachts sahen die Arbeitsleut Licht in dem Zimmer, schaurige Gestalten zum Kamin und den Gauben ein- und ausfahren. Die Pedelle stellten Tische und Stühle zusammen, Assessoren erschienen, es wurden ihnen Schriften, Bücher auf dem Tisch vorgelegt, dann hörte man Getöse, als wenn alles untereinandergeworfen würde. Derweilen hört man nichts mehr, es ist alles verbaut, so daß es sehr schön darin ist.