Domsagen
Bischof Willigis von Mainz hat dem Dom ein großes Kreuz mit einer lebensgroßen Christusfigur in Gold mit beweglichen Gliedmaßen geschenkt. Das Metall dazu haben die Juden zur Sühne für ihren Wucher zusammenbringen müssen.
Über dem Eingang des Mainzer Domes zur Sakristei im nördlichen Querschiff gegen Westen tritt aus der Wand ein Vorbau mit zwei Fenstern heraus. Von hier aus soll früher dem harrenden Volk der Name des neugewählten Erzbischofs verkündet worden sein. Andere erzählen, hier hätten die Wächter gestanden und auf Langfinger aufgepaßt, wenn die vielen Kostbarkeiten an hohen Festtagen ausgestellt waren.
Im Jahre 1367 war ein schweres Wetter mit Donner und Blitzen zwischen den beiden »Unsrer Frauen Tagen«, vom 15. August bis zum 8. September, wie man es kaum vorher gekannt hatte. Und eines Nachts während dieser Zeit verbrannte in Unsrer Frauen Münster alles, was an Holzwerk darinnen war, samt dem hohen Turm, der vollständig abbrannte. Es entstand bei diesem Brand ein unermeßlicher Schaden.
Als König Gustav Adolf von Schweden Mainz in Besitz genommen hatte, ritt er in den Dom und blieb am Eingang vom Leichhof her in den Pfeiler, zum Zeichen, daß er die Macht habe, den Dom stehen oder niederreißen zu lassen. Ein schwedischer Ingenieur hatte schon den Vorschlag gemacht, den Dom in die Luft zu sprengen und an der Stelle eine Sternschanze anzulegen.
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Ehemals waren im Mainzer Dom zwölf lebensgroße silberne Apostel, aber seit zweihundert Jahren sind sie nicht mehr da, vielleicht seit der Zeit, da die Schweden Stadt und Dom so arg zurichteten. Sie wurden vergraben und sinken immer tiefer. Auf die Frage, wohin sie gekommen seien, heißt die Antwort: sie sind im Kreuzganggarten verscharrt, just da, wohin in jener Nacht der Schweif des Hahns vom Domturm im Mondschein seinen Schatten warf.
Das Denkmal im Mainzer Dom in dem südlichen Seitenschiff stellt den Erzbischof Franz Anselm von Ingelheim dar, dem einem Engel Das Denkmal im Mainzer Dom in dem südlichen Seitenschiff stellt den Erzbischof Franz Anselm von Ingelheim dar, dem einem Engel ein Buch vorhält. Es heißt, der geistliche Herr habe zu Lebzeiten sein Brevier nicht richtig gebetet, deshalb müsse er nun fort und fort ins Buch schauen.

Der Dom zu Mainz. Gezeichnet von H. Gladbach, in Stahl gestochen von E. Grünewald. Aus: Adelheid von Stolterfoth, Der malerische Rheingau. Mainz 1844